Beitragsaufruf

7. Fachtagung Rechts- und Verwaltungsinformatik (RVI 2024)

Neue Wege der Zusammenarbeit und Vernetzung für eine ressourcenschonende digitale Transformation und Verwaltungsmodernisierung ohne bürokratische Hürden

25. und 26. September 2024, Hochschule RheinMain, Wiesbaden

Ko-loziert mit der Informatik-Jahrestagung 2024, https://informatik2024.gi.de/

 

Am 27. September 2024 erfolgt eine Exkursion zur Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften. Ziel ist ein Austausch zu den Weiterentwicklungen des eGov Campus (https://egov-campus.org/)

Einreichfrist für wissenschaftliche Beiträge: 30.04.2024

Beschreibung

Erfolgreiche, nachhaltige und Ressourcen schonende Digitalisierung von Staat und öffentlicher Verwaltung erfordern neue, effektivere Herangehensweisen sowie stärkere Zusammenarbeit und Vernetzung der Akteure. Bürgerinnen und Bürger, Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen erwarten von der öffentlichen Hand, dass sie ihre Leistungen niedrigschwellig, nutzerorientiert, nachhaltig und zeitgemäß anbietet. Stattdessen wird vielfach kritisiert, dass die Maßnahmen Bürokratie verstärken anstatt sie abzubauen. Fehlschlagende Digitalvorhaben bremsen die Entwicklung unserer gesamten Gesellschaft und beschädigen das Vertrauen in Politik, Staat und öffentlicher Verwaltung.

Die digitale Transformation ist eine dauerhafte, nicht zu unterschätzende Aufgabe der Staatsmodernisierung, um nicht nur unseren Wohlstand, sondern auch unsere Demokratie und unsere Freiheit zu sichern. Um einerseits das Vertrauen in die öffentliche Verwaltung zu stärken, sind die Grundprinzipien von Good Governance und die Maximen des Rechtsstaats, der Informationssicherheit und des Datenschutzes zentral. Andererseits entwickeln sich innovative Technologien wie KI, Maschinelles Lernen, Internet of Things, Large Language Models, Augmented und Virtual Reality, usw. rasant und finden Einzug in die Aufgabenbereiche der öffentlichen Leistungserstellung. In diesem Spannungsfeld muss die öffentliche Hand in Zusammenarbeit mit Wissenschaft, IT-Dienstleistern und zivilgesellschaftlichen Akteuren ganzheitlich Lösungen entwickeln, um den komplexen Herausforderungen und den vielfältigen Zielvorstellungen und divergierenden Leitbildern gerecht zu werden. Hinzu kommt ein eklatanter Mangel in Digitalisierung qualifizierten Fachkräften.
Die gemeinsame Fachtagung Rechts- und Verwaltungsinformatik (RVI 2024, vormals FTVI & FTRI) der Gesellschaft für Informatik e.V. setzt sich zum Ziel, den Dialog zwischen

Wissenschaft und Praxis zu befördern und die digitale Transformation von Staat und Verwaltung durch wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse substanziell voranzubringen. Die RVI sieht sich als Plattform, Diskursraum und Inkubator, um die relevanten Akteure in einen fruchtbaren Austausch zu bringen.
Unser Aufruf zur Einreichung von Beiträgen richtet sich gleichermaßen an Wissenschaftler und Praktiker, insbesondere aber auch an Studierende und Berufsanfänger. Angenommene Beiträge werden in voller Länge im Tagungsband publiziert, dessen Erscheinen in der GI-Serie Lecture Notes in Informatics (LNI) vorgesehen ist. Die am besten begutachteten Beiträge werden mit einem Best Paper bzw. Best Student Paper Award ausgezeichnet.

Mögliche Themenbereiche

Wir begrüßen die Einreichung von Beiträgen der Verwaltungsinformatik, der Rechtsinformatik und des Informationsrechts sowie verwandter Disziplinen aus Wissenschaft und Praxis, um gesicherte Erkenntnisse, laufende Forschung und Praxisbeispiele zu relevanten Themenbereichen vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Relevante Themenbereiche sind etwa:

  • E-Government und medienbruchfreie digitale Transformation im föderalen System
  • E-Demokratie, digitale Partizipation, online Wahlen
  • Digitalisierung von Verwaltungsleistungen, Umsetzung des Online Zugangsgesetzes und des Once-only Prinzips, Verwaltungsportale, Portalverbund und Registermodernisierung
  • Ansätze der (ko-kreativen) Zusammenarbeit und Open Innovation, auch über föderale Ebenen hinweg
  • Zusammenarbeit mit GovTech/LegalTech-Startup-Unternehmen und Wirkungen dieses Transfers
  • Nachhaltige smarte Städte und Regionen, digitale Kommunen
  • Datenräume für öffentliche Aufgabenbereiche, Datenplattformen, digitale Zwillinge, Building Information Models
  • Public Governance, Data Governance und AI Governance
  • Datenethik und Verwaltungsethik
  • Open Government und Open Data
  • (offene) Geoinformationen und Geologiedatengesetz
  • Digitalkompetenzen zur Staatsmodernisierung und Innovation
  • Geschäftsprozessmanagement, Process Mining, (KI-basierte) Prozessautomatisierung, und Dunkelverarbeitung
  • IT-Architekturen, Government Enterprise Architekturen, Interoperabilität und Standardisierung
  • Digitale Infrastrukturen, Cloud Computing und Cloud-Dienste, Open Source, Low-Code
  • Resilienz, Green IT und Digitale Souveränität
  • Digitale Identitäten, sichere Identitäten und ID-Wallets
  • Datenschutz, Informationssicherheit und Schutz vor Cyberkriminalität
  • Vertrauen in digitales Staats- und Verwaltungshandeln
  • Wirkungsorientierung, Wirtschaftlichkeit und Effizienz in der nachhaltigen Verwaltungsdigitalisierung
  • Innovative Technologien in Rechtsetzung, Rechtsprechung und Verwaltungsarbeit wie z.B. Generative KI, Large Language Models, Natural Language Processing, Linked Data/Semantic Web, AR/VR, Internet of Things, Blockchain, Quantencomputing, 5G- und 6G-Netzversorgung in Anwendungsbereichen von Smart City/Smart Region sowie Katastrophenschutz, etc.
  • Auswirkungen von Datenrecht und KI-Verordnung auf die Rechts- und Verwaltungsinformatik
  • Digitale Zeitenwende: öffentliche Aufgabenerfüllung neu gedacht

Weitere verwandte Themenfelder können aufgegriffen werden, soweit sie sich im Themenrahmen der Konferenz RVI bewegen.

Beiträge von Studierenden (Student Track)

Im Rahmen des Student Track rufen wir insbesondere auch Studierende und Absolventen der Verwaltungs- und Rechtsinformatik sowie verwandter Studiengänge zur Einreichung von Beiträgen auf. Es wird explizit erwartet, dass die Studierenden die Erstautoren der Beiträge sind. Eine Unterstützung von Betreuern ist möglich und erwünscht. Die angenommenen Beiträge werden im eigenen Track präsentiert und im Tagungsband publiziert.

Einreichfristen und Termine

  • Einreichfrist für wissenschaftliche Beiträge: 30.04.2024
  • Einreichfrist für Praxisvorträge und Workshopvorschläge: 15.05.2024
  • Benachrichtigung über Annahme/Ablehnung: 31.05.2024
  • Einreichung der druckfertigen Beiträge: 07.07.2024
  • Präsentation auf der Konferenz: 25.-26.09.2024

Hinweise zur Einreichung

Wissenschaftliche Beiträge für das Double-Blind-Review-Verfahren (inkl. des Studententracks) müssen anonym und im Format der LNI-Serie (https://gi.de/fileadmin/GI/Hauptseite/Service/Publikationen/LNI/LNI-Autorenrichtlinien.docx) über das Online-System EasyChair  (https://easychair.org/my/conference?conf=rvi2024) eingereicht werden. Sie dürfen 12 Seiten nicht überschreiten. Beiträge können in Deutsch oder in Englisch verfasst sein.
Praxisvorträge sind auf einer DIN A4 Seite zu skizzieren. Der inhaltliche Beitrag und praktische Nutzen sind hierbei im Besonderen herauszustellen. Bei Vorschlägen für Workshops werden zudem Angaben zu den Organisatoren, erwarteten Teilnehmern und dem Ablauf sowie nötiger Ausstattung erbeten. Workshops können für 1,5/2 (eine Session) bzw. 3/3,5 Stunden (zwei Sessionen) eingereicht werden.
Beiträge aus der Praxis, für die keine Publikation im Tagungsband angestrebt wird, können in Form einer Zusammenfassung (Zielsetzung, wesentliche Inhalte des Vortrags, Beitrag zur Verwaltungs- und/oder Rechtsinformatik; 1-2 Seite/n) eingereicht werden.

Organisationskomitee

Prof. Dr. Maria A. Wimmer, Universität Koblenz, Präsidiumsmitglied der GI

Dr. Michael Räckers, ERCIS, Universität Münster & Sprecher der FG VI

Prof. Dr. Holger Hünemohr, Hochschule RheinMain, Wiesbaden

Prof. Dr. Christian Schachtner, Hochschule RheinMain, Wiesbaden

Prof. Dr. Gunnar Auth, HSF Meißen, stv. Sprecher der FG VI

David Richter, Touro University Berlin, Sprecher des FB RVI

Prof. Dr. Christoph Sorge, Universität des Saarlandes, Saarbrücken, Sprecher der FG RI

Dr. Stefan Eder, Benn-Ibler Rechtsanwälte GmbH, Wien & Leitungsgremium der FG RI